Die Erleuchtung aus spiritueller und psychologischer Sicht

Der Begriff Erleuchtung zieht viele Missverständnisse mit sich, welche erst beseitigt werden müssen, bevor man der wahren Bedeutung nahe kommen kann.

Erleuchtung ist ein spiritueller Begriff und bedeutet die plötzliche Erkenntnis oder Eingebung der Wirklichkeit wie sie wirklich ist. Denn jedes Wesen lebt in seiner eigenen Realität, versteht die Welt aus der eigenen Perspektive und handelt aus seinem eigenen Verstehen heraus. Die Erleuchtung macht diese Illusion deutlich und beseitigt dabei das Ego (aber nicht das Ich-Gefühl).

Der Begriff „Erleuchtung“ stammt ursprünglich aus der Antike, der antiken philosophischen Lichtmetaphorik (aus Plantons „Siebter Brief“), wurde aber vor allem vom Buddhismus geprägt. In anderen Glaubensrichtungen wird die „Erleuchtung“ auch als ein spirituelles „Erwachen“ beschrieben.

Was sagt die Wissenschaft?

Ein erleuchteter Mensch, somit ein geistig vollkommen gesunder Mensch, würde keine Therapie mehr brauchen.

Bisher kennt die Wissenschaft des Geistes den Verlust des Ichs als Cotard Syndrom, was zu schweren psychischen Erkrankung mit schizophrenen Wahnvorstellungen und affektiven Psychosen führt. Einen positiven Effekt des Ich-Verlusts gibt es daher nicht. Allerdings wird versucht, sich des eigenen Ichs bewusster zu werden, Probleme der Vergangenheit zu verarbeiten und positivere Verhaltensmuster anzulernen.

Ich bin doch nur Ich, oder habe ich mehrere Ichs?

Der Psychologe Freud hat das sogenannte Instanzenmodell (Persönlichkeitsmodell) aufgestellt, welches als wichtiges Konzept für die Psychoanalyse dient.  Hierbei wird zwischen dem „Über-Ich“, „Ich“ und dem „Es“ entschieden, um das Verhalten eines Menschen zu erklären. Am besten kann man diesen drei Formen des Ichs andere Namen geben, damit man sich besser vorstellen kann, was sie genau beinhalten. „Über-Ich“ ist das Gewissen, das „Es“ sind unsere Triebe und das „Ich“ ist der Vermittler. Der Mensch fühlt seine Triebe zwar ständig, also das „Es“, er handelt aber in gründlicher Überlegung, zischen diesen Trieben und dem eigenen Gewissen, welches die gelernte Moral wäre. Man ist sich als Mensch also nicht immer gleich klar, was die richtige Verhaltensweise wäre, die Handlung geschieht erst nach der Absprache des „Ich“ mit dem „Über-Ich“ und dem „Es“. Der Mensch ist also in ständigem Kampf mit sich selbst, was du Störungen führen kann. Es gibt praktisch keinen Menschen ohne Probleme mit sich und der Umgebung.

Die Erleuchtung aus psychologischer Sicht wäre die vollständige Heilung aller Erkrankungen und Probleme des Menschen. Das Resultat einer Erleuchtung wäre ein perfekter und vollkommen glücklicher Menschen. Der Weg zur psychologischen Erleuchtung wäre zum Beispiel die Verhaltenstherapie. Alle Gedanken, die uns belasten und keine Änderung hervorrufen können (zum Beispiel bei Angststörungen), müssen akzeptiert und dann abgelegt werden. Die Akzeptanz der Realität und der Gegenwart spielt auch in der spirituellen Technik eine große Rolle.

Was sagen die spirituellen Meister?

Die Erleuchtung ist der Prozess, indem man das eigene Ego verliert, das eigene Ich-Gefühl bleibt zurück und man ist mit sich im reinen. Das Ego ist nicht das wirkliche „Ich“, sondern lediglich ein Selbstbild. Der Name, der soziale Stand, die Freunde, der Partner, das Vermögen, etc. unterstützt das Ego. Das was wir sind, ohne an diese äußeren Dinge gebunden zu sein, sind wir als reine Essenz. Das Ego bestimmt wie wir handeln, denken und streben. Oft sind wir uns dabei selbst im Weg. Doch wie kann man sich selbst im Weg stehen, wenn man nur eine Person ist? Wie kann man Probleme damit haben, mich sich selbst zu leben? Wer kann mit dir nicht leben, wenn es doch nur ein Ich geben kann? Das Ego ist dieses „andere Ich“. Da Ego steht uns im Weg und nur wenn wir es besiegen, können wir vollkommenes Glück und Frieden erfahren.

Fazit: Der Verlust des Egos führt nicht zum Ich-Verlust, sondern zur Ich-Findung!

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